Vladimir Kramnik Name

Vladimir Kramnik

Land Russland
* 25/06/1975 Tuapse

Weltmeister

2000 und 2006


Jugendweltmeister 1991
Internationaler Großmeister 1992
Weltmeister 2000
Weltmeister 2006

Vladimir Kramnik wurde in Tuapse am Schwarzen Meer geboren. 
1991 wurde er Jugendweltmeister und nur ein Jahr später verlieh ihm die FIDE den Titel eines Internationalen Großmeisters.

Wie seine beiden Großmeisterkollegen Anatoly Karpov und Garry Kasparov durchlief auch er in Moskau die berühmte Schachschule von Exweltmeister Mikhail Botwinnik.

Sein internationaler Durchbruch gelang ihm 1992 auf der Schacholympiade in Manila wo er für Russland am vierten Brett spielend, 8,5 Punkte aus 9 Partien holte und damit die Goldmedaille für die russische Mannschaft sicherte. Somit wurde er zum jüngsten Spieler, der jemals einem siegreichen Team angehörte.

In dieser Zeit besaß Kramnik einen Zweitwohnsitz in Berlin, wo er für den damaligen Bundesligisten SV Empor Berlin am Spitzenbrett spielte.

Vladimir Kramnik

Kramnik gilt als einer der chancenreichsten Anwärter auf den Weltmeistertitel. Er rückte 1998 mit einer Elozahl von 2790 Punkten auf Rang zwei der Weltrangliste vor - hinter Garry Kasparov, der schon 1992 Kramniks gewaltiges Potential erkannt hatte und sich für die Teilnahme des fast 17 - Jährigen an der Schacholympiade in Manila stark machte.

1993 qualifizierte er sich im Interzonenturnier in Biel für die FIDE Ausscheidungskämpfe. Diese dienten zur Ermittlung des nächsten Herausforderes für Weltmeister Anatoly Karpov.

Im Rahmen dieser K.O. - Ausscheidungskämpfe konnte Kramnik im Jahr 1994 sein Match gegen Leonid Yudasin gewinnen.

Aber die Niederlage im Halbfinale gegen Boris Gelfand bedeutete das jähe Ende aller Weltmeisterschaftshoffnungen.

Mitte 1993, im Alter von 17 Jahren, war Kramnik bereits die Nr.4 in der Welt und Garry Kasparov bezeichnete ihn schon als künftigen Weltmeister.

1995 und 1996 startete Kramnik bei den großen Weltturnieren einen regelrechten Siegeszug.

Vladimir Kramnik

Nach dem überlegenen Sieg in Dortmund 1995 (unter anderen vor Karpov) sammelte er weiteren Ruhm, als er auch in Horgen bei Zürich gewann und Garry Kasparov hinter sich ließ.

In Belgrad teilte er Ende 1995 den ersten Rang mit Boris Gelfand, bevor er seine Erfolgsserie 1996 in Monte Carlo, Moskau, Dos Hermanas und Dortmund fortsetzte.

1997 siegte Kramnik im Super - Turnier von Dortmund , wo außer Kasparov die gesamte Weltspitze vertreten war.

Im Turnier von Nowgorod wurde er Zweiter hinter Kasparov, schied aber bei der FIDE - WM vorzeitig aus.

1998 gewann er die Frankfurter Chess Classics und das Turnier von Dortmund.

Weitere Turnierstationen waren:

Cazorla , Dortmund, Tilburg, Wijk aan Zee.

1999: Wijk aan Zee, Linares.

2000: Dortmund mit einem großartigen Sieg Vladimir Kramniks.

Vladimir Kramnik

Im Jahr 2000 fanden sich in England Sponsoren, die in London einen WM - Kampf mit Kasparov finanzieren möchten. Anand lehnte eine Teilnahme als Herausforderer ab. Als nächster wird Kramnik gefragt, der seine Zusage gibt.

Nach fünf Jahren ohne Titelverteidigung stellte sich Garry Kasparov nun wieder in einem Wettkampf. Es ist der Wettkampf zwischen den beiden derzeit besten Schachspielern der Welt. Auf Turnieren endete der Vergleich bisher unentschieden. Vladimir Kramnik ist einer der wenigen Spieler, der gegen Kasparov ein ausgeglichenes Ergebnis hat.

Das Ergebnis der Braingames.net Weltmeisterschaft ist eine Überraschung. Nicht der wettkampfgestählte Weltranglistenerste Garry Kasparov gewann, sondern sein Herausforderer und früherer Schüler Vladimir Kramnik. Kasparov spielte teilweise verhalten, gab Weißpartien frühzeitig Remis und schien nicht derselbe zu sein. Manche vermuteten Probleme im persönlichen Bereich. Aber vielleicht war der kaum zu besiegende Herausforderer einfach zu stark.

Kasparov-Kramnik WM 2000

In der vorletzten Partie schaffte Kramnik das nötige Remis zum 8,5 - 6,5. Mit dem Vorsprung von zwei Punkten ist die 16. und letzte Partie bedeutungslos geworden. Titelverteidiger Kasparov musste sich geschlagen geben, ohne auch nur eine Partie gewonnen zu haben.

Der große Moment war gekommen, als Kasparov nach über vier Stunden und 38 Zügen plötzlich den Kopf schüttelte und dann seine Hand ausstreckte, um ein Remis und damit seinen Weltmeistertitel anzubieten. Kramnik, der den Beinamen «Der Eisschrank» führt und bis dahin keine Miene verzogen hatte, zeigte zum ersten Mal eine Regung und boxte mit den Fäusten in die Luft. Kasparov gab sich anschließend zugeknöpft. Es sei eine lange Geschichte, orakelte er. Er werde mehr dazu sagen, wenn das Turnier vorbei sei, aber es gebe Gründe, die ihn davon abgehalten haben, gut zu spielen.

Der Mann, der als «schlechtester Verlierer der Welt» galt, der schon vor Wut kochte, wenn er alle Jubeljahre mal ein Remis einstecken musste, der für seine Gegner sonst nur Verachtung übrig hatte und sie meist keines Blickes würdigte. Als er Kramnik nun gelassen die Hand reichte, wussten seine Fans endgültig, dass etwas nicht stimmte. «Kasparow fiel nicht in der Schlacht», schrieb der britische «Daily Telegraph». «Er kapitulierte, er ergab sich, er dankte ab.»

Kramnik ist in vielerlei Hinsicht das Gegenteil von Kasparov. Er gilt als höflich, beherrscht und bescheiden. Der orthodoxe russische Christ, der immer ein Silberkreuz trägt, ist darüber hinaus auch der erste religiöse Weltmeister seit über 40 Jahren. Seine Schachkarriere interpretiert Kramnik philosophisch als eine «Suche nach Perfektion». Kramnik kassierte mit 1,33 Millionen Dollar zwei Drittel der Börse. Dem Wunsch Kasparovs auf eine Revanche will er nachkommen.

In der folgenden Pressekonferenz waren beide Spieler relativ gelassen. Kasparov erklärte:

"Ich bin weniger in den Partien ausgespielt worden, sondern durch die Vorbereitung meines Gegners. Mein Gegner traf einige mutige Entscheidungen und danach glaubte ich weder eine Eröffnung für Weiß noch für Schwarz zu haben. Ich warte jetzt darauf, dass Braingames mir sagt, wie ich noch einen Wettkampf gegen Vladimir spielen kann. Dieses hier war die wirkliche Weltmeisterschaft und Kramnik ist der 14.Weltmeister."

Kramnik sagte:  "Na ja, die Eröffnungsvorbereitung ist ziemlich relativ. In der Mitte des Wettkampfes glaubte ich auch, ohne Eröffnung zu sein." Auf die Frage, ob es zu einem Wiedervereinigungswettkampf mit der FIDE kommt: "Ich warte erst, was Braingames ausarbeitet."